Progressive Muskelentspannung bei Angststörungen

Hilft die Progressive Muskelentspannung nach Jacobson auch bei Angststörungen?

Diese Frage hatte mir eine Leserin diese Woche gestellt, mit der Bitte um Antwort. Dazu muss ich sagen, dass ich kein Therapeut oder Arzt bin. Ich will und darf auch hier keine Diagnosen stellen. Doch was ich kann, ist meine Erfahrungen als ehemaliger Betroffener, mit Ihnen zu teilen.

Als erstes ist die Progressive Muskelentspannung eine Entspannungsmethode wie jede andere (z.B. Das Autogene Training oder Yoga) auch. Der Unterschied ist nun mal, dass die Progressive Muskelentspannung von allen anderen Entspannungsmethode die am leichtesten erlernbare ist.  Was aber nicht bedeuten soll, dass die anderen Methoden jetzt schwer zu lernen sind, oder nicht helfen würden.

So unterschiedlich wir Menschen sind, so unterschiedlich sind auch die jeweiligen Entspannungsmethoden. Der Eine kann in ganz kurzer Zeit das Autogene Training lernen und ist von dieser Entspannungsmethode begeistert, der andere tut sich halt etwas schwerer und braucht nun mal länger, um die ersten Erfolge bei sich zu spüren.

Ich habe es damals als erstes mit dem Autogenem Training versucht, hatte aber weniger Erfolg, da ich mich nicht auf die Übungen konzentrieren konnte. Heute habe ich gar keine Probleme mehr mit dem Autogenem Training und würde es neben der Progressiven Muskelentspannung, die immer noch mein Favorit ist, jedem empfehlen. Doch zurück zum Thema…

Was ist eine Angststörung?

Angst ist eigentlich was ganz normales. Es ist ein Warnsignal, dass uns Gott, die Natur, oder wer auch immer gegeben hat, um uns zu warnen oder auch zu beschützen. Angststörungen hingegen, sind: „ Ängste, die wie eine Alarmanlage plötzlich losgehen, obwohl es dazu keinen Grund gibt“.  Das ist die einfachste Erklärung, die man am meisten hört!

Ich persönlich sehe das ein bisschen anders. Wer so wie ich damals unter einer Angststörung oder plötzlichen Panikattacken leidet,  der hat mit Sicherheit einen Grund, der dazu führt. Sei es ein „traumatisches“ Erlebnis, oder vielleicht Dinge die in der Kindheit passiert sind, oder andere Vorfälle? Jedes Problem hat irgendwo seine Wurzel und die gilt es zu erkennen.

Deshalb : Wenn man unter einer Angststörung leidet, sollte man sich als erstes professionelle Hilfe holen! Dabei würde ICH jedem raten, egal wie stark die Angststörung ist: „Es ist immer besser so früh wie möglich dagegen etwas zu tun“. Denn Angststörungen sind nicht nur unangenehm, sondern können sich auch auf andere Situationen übertragen. Oder wie es die Psychologen sagen: „Sie generalisieren sich.“

Dabei würde ich jedem raten sich einen Psychotherapeuten oder genauer einen „Psychologischen Psychotherapeuten“ zu suchen, mit Schwerpunkt „Angstbewältigung“. Die sind am besten bei Angststörungen und Panikattacken ausgebildet und müssen, soviel ich weiß, an regelmäßigen Weiterbildungsmaßnahmen teilnehmen.

Meistens wird dann eine kognitive Verhaltenstherapie gemacht, wo auch die Progressive Muskelentspannung, als Therapieunterstützung, mit einbezogen wird.


Doch es gibt auch Studien, wo die spezifische Wirksamkeit der Progressive Muskelentspannung bei Angststörungen gut belegt ist.

In einer 1994 publizierten Metastudie wurden 66 bis 1985 publizierte Studien mit zusammen etwa 3000 Patienten zur PMR als eigenständigem (und nicht lediglich die Verhaltenstherapie unterstützendem) Therapieverfahren ausgewertet. In 75 % der Studien wurden deutliche Symptombesserungen, in 60 % darüber hinaus Verbesserungen der allgemeinen Befindlichkeit festgestellt. Diese waren stabil. Bei Angst- und Spannungszuständen (inklusive damit verbundener körperlicher Beschwerden) sei die spezifische Wirksamkeit der PMR gut belegt. Die PMR sei differentiell wirksam, am besten bei jüngeren, weniger schwer gestörten, die von vornherein der Wirksamkeit der PMR positiv gegenüberstanden. Aufgrund dessen und der relativ leichteren Erlernbarkeit wird die PMR als das für die klinische Praxis geeignetste Entspannungsverfahren bezeichnet. (Quelle: Wikipedia)

Zur Frage: „Hilft die Progressive Muskelentspannung auch bei Angststörungen?“

Meine Antwort: Mir hat sie zusammen mit einer kognitiven Verhaltenstherapie auf alle Fälle geholfen. Wenn ich von der Progressiven Muskelentspannung nicht so begeistert wäre, dann würde ich die Übungen auch heute nicht mehr machen und hätte auch nicht diese Seite gegründet. Sie hat mir zwar nicht alleine bei der Therapie meiner Angststörungen und Panikattacken geholfen, doch sie hat einen großen Teil dazu beigetragen.

Durch die Progressive Muskelentspannung habe ich in ganz kurzer Zeit gelernt, gezielt von Anspannung auf Entspannung zu schalten, und mich so in Stresssituationen sehr schnell wieder beruhigen zu können. Was eine große Hilfe bei der Konfrontationstherapie war.

Kurz nachgeschaut:

Bei was wird die Progressive Muskelentspannung empfohlen?

Die Progressive Muskelentspannung wird empfohlen bei:

  • Stress
  • Schlafstörungen
  • Nervosität und innere Unruhe
  • Muskelverspannungen
  • Schmerzen
  • Angstzustände

Aber auch jeder, der einfach nur entspannen will, hat mit der Progressiven Muskelentspannung den idealen Begleiter.

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